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laura

Creating Memories

Vom Erinnerungen kreieren.

Hier geht es um junge Menschen mit alten Seelen, um Gefühlsdialektik, um die Widersprüchlichkeiten im Innen und Außen die sich manchmal wie Poesie, manchmal aber auch ziemlich katastrophal anfühlen können. Hier tanzt Natalie Merchant mit Leadbelly, und Dylan (Prä-Judas-Ära, den mag Laura lieber als den „I don’t believe you, you’re a liar"-Dylan) steht daneben mit brennenden Händen und sieht, ein wenig lethargisch, zu (wer letztere Metapher zuordnen kann, bekommt das neue Album signiert – man muss kein Dylanologe sein sondern nur „No Direction Home“ gesehen haben). Zeitlos, oder vielleicht auch ein wenig anachronistisch, das aber aus Überzeugung.

Eine Frage stellt sich hier nicht: whatever happened to the Sixties. Die Sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts im vorigen Jahrtausend sind auf „Creating Memories“ nämlich omnipräsent, und das macht den schönen Vibe des Albums auch aus. Ein bisschen schwingen auch Reminiszenzen an den ur-amerikanischen Folk-Pantheon mit; an Guthrie und jene Protagonisten, bei denen sich der allmächtige Zimmermann kräftig bediente und sich somit selbst ein erstes Mal erfand. Klingt bis dato nach einem Folk-Puristenalbum, wäre da nicht auch eine Menge Pop im Spiel, den Laura Rafetseders Begleitband (Martin Mixan am Kontrabaß, Marc Bruckner am Schlagzeug und Michael Huber an Gitarre und Mandoline) mit schönen und abwechslungsreichen Arrangements einbringen. Ein schönes Album ist es geworden, ein wenig melancholisch (dafür sorgt allein Lauras Stimme, in der stets eine gewisse Melancholie mitschwingt), reflektierend und eben ein wenig anachronistisch. Als wäre sie wirklich ein Stein, auf dem die Stadt gebaut worden ist.

"Creating Memories" von Laura and The Comrats erscheint über Lindo Records.

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